Endlich habe ich es geschafft, diesen Blog zu erstellen. Mir liegt sehr viel daran, ein Forum zur Information und zum Austausch des Themas Gefängnisarbeit zu haben.
Für mich ist die Gewaltfreie Kommunikation das Werkzeug, welches ich in der Begegnung mit Inhaftierten nutze. Gleichzeitig möchte ich mehr über andere Gefängnisprojekte erfahren, um davon zu
lernen und mehr Möglichkeiten in meiner Arbeit zu erlangen.
Und ich glaube an Kooperation und Verbindung. Es gibt viele Menschen, die ihre Energie in diese Arbeit geben. Diese Menschen möchte ich finden, und gemeinsam ein mehr an Kraft, Ideen und
Wirksamkeit erleben.
Neben der Arbeit im Gefängnis habe ich die Vision einer "versöhneneden Justiz", eines Rechtssysthems, welches über "richtig und falsch" hinaus geht und mehr Wege aufzeigt, als "Belohnung und
Bestrafung".
Ich glaube nicht daran, dass Menschen als "Verbrecher" geboren werden. Vielmehr bin ich der Meinung, dass unsere "Noch-Unfähigkeit" mit Schmerz, Angst und Verzweiflung auf eine konstruktive und
positive Art umzugehen, uns zu Verhalten bewegt, welches neue Schmerzen auslöst- und damit die Wahrscheinlichkeit steigt, dass wir uns, sowie anderen "Schaden" zufügen.
Ich versuche meine eigenen Vorstellungen von "richtig und falsch" - und die damit entstehenden Feindbilder zu transformieren - damit meine ich, sie in Gefühle und Bedürfnisse zu übersetzen -
und Wege zu finden, diese zu erfüllen, ohne in Schuldzuweisungen stecken zu bleiben.
Das ist das, was jeder Einzelne von uns tun kann - und was mehr und mehr zu einer Welt des Friedens führt.
Da glaube ich fest dran!!!!!!!
Es freut mich sehr, dass die GFK Projekte in unseren Gefängnissen Zuwachs erhalten.
Zu Beginn des Jahres fand das erste Projekt mit Jugendlichen "Kurzzeitinsassen" in Landshut statt. Bernhard Eggerbauer, Coach, hat den Wunsch - Existenzgründungsseminare für Inhaftierte,
auf der Grundlage der GFK anzubieten.
Auf dem Weg dorthin hatte er nun den ersten Kurs mit Jugendlichen "Kurzzeitinsassen". In diesem Kurs ging es vor allem um die Grundlagen und das Erleben der GFK.
Ich bin so dankbar, dass mehr Menschen Lust haben, diese Arbeit zu tun, da ich fest davon überzeugt bin, dass die Chance auf "weniger" Rückfall größer wird, je mehr ich mich selbst und meine
Bedürfnisse kenne- und somit ein mehr an Handlungsstrategien sehe.
Im letzten Jahr habe ich bereits von einem Workshop mit Dominic Barter aus Brasilien zum Thema restorative circles berichtet. Gestern war ich erneut auf einer Veranstaltung mit ihm.
Die Idee, einen Konflikt nicht nur zwischen zwei Menschen, sondern unter Einbeziehung der Gemeinschaft zu lösen, entspricht meiner Vorstellung von nachhaltiger Konfliktlösung. Dadurch erhältt
auch das Thema Schuld eine ganz neue Sichtweise.
Besonders inspiriert bin ich davon, dass Dominic die Konfliktbeteiligten nicht als "Täter" und "Opfer", sondern als "Sender" und "Empfänger" bezeichnet. Auch hierbei geht es für mich darum, die
Sichtweise über Schuld zu verändern und zu erneuern.
Auch die veränderte Strategie, einen Konflikt innerhalb eines Kreises zu klären spricht mich sehr an. Der Gedanke, dass mehrere Menschen zusammen kommen, um gemeinsam einen Weg zu finden hat
etwas tröstliches.
..weil es eben nicht darum geht, jemanden an den "Pranger" zu stellen, sondern Verbindung zu schaffen, gehört und verstanden zu werden- und aus der Verbindung heraus, Wege zu finden, dass es
"besser" geht.
Während es Worshops hat Dominic uns drei Fragen gestellt:
Wo ist in eurem Umfeld die "kleine Flamme" - wo habt ihr schon funktionierende Strategien für Konflikte?
Was klappt noch nicht so gut? Was ist verbesserungs/veränderungswürdig?
Was habt ihr für Visionen, wie Konfliktlösung im Optimum aussehen könnte?
Spannend war, dass zu der dritten Frage antworten kamen, die immer wieder den Ansatz von restorative justice- und, als Teil dessen, restorative circles bestätigten. So wurde sehr offensichtlich,
dass der Wunsch nach Veränderung da ist.
Ich hoffe, dass noch mehr Menschen durch diesen Ansatz inspiriert werden, um Veränderung, Entwicklung und Wachstum möglich zu machen.
Im August waren wir mit dem Arbeitskreis GFK und wiederherstellende Justiz auf einem Workshop mit Dominic Barter in Bremen.
Thema war "restorative circles" / wiederherstellende Kreisgespräche.
Ich bin total begeistert von dem Konzept und der innewohnenden Struktur. Das ist eine Arbeit, die ich gerne auch hier in Deutschland einbringen möchte.
Einleitung & Vorgehensweise
Eindringliche persönliche Erfahrungen in Rio de Janeiro regten Dominic Barter an, eine menschliche Umgehensweise mit Konflikten zu entwickeln, die er erfolgreich in Brasilien einsetzt und
als Trainer weitervermittelt. In diesem Prozess stützt er sich grundlegend auf das Konzept der Gewaltfreien Kommunikation von Marshall Rosenberg. In Schulen, Kommunen, freien
Organisationen und in der Justiz unterstützen Kreisgespräche (restorative circle) die Menschen, eine Kultur des Zuhörens und konstruktiven Umgangs miteinander aufzubauen.
Ein kurzer Überblick über die Phasen eines restorative circle
Wenn ein Restorative System etabliert ist, kann jedes Mitglied der Gemeinschaft einen Restorative Circle Prozess initiieren. Er ist in drei Phasen aufgegliedert.
Pre-Circle
Vorbereitung
Der Initiator eines Restorative Circle Prozesses trifft sich mit einem Begleiter. Welcher Akt steht im Fokus des Circles? Was wurde gesagt oder getan? Welche Bedeutung hat dieser
Akt? Wer wird beim Kreisgespräch gebraucht, um den Konflikt zu ? Auf wen wirkte sich die Ausgangsaktion direkt oder indirekt aus?
Der Begleiter lädt alle genannten ein und erläutert auch ihnen den Prozess, der die Bedürfnisse in den Mittelpunkt stellt.
Restorative circle
Die Teilnehmer betreten den Circle.
Die Bedürfnisse von allen sind willkommen. Drei Fragen dienen als Leitfaden:
1. Was ist jetzt noch lebendig in Dir in Bezug auf das, was passiert ist?
2. Welche Bedürfnisse hast Du im Moment des Handelns versucht zu befriedigen?
3. Was möchtest Du, das JETZT in Bezug auf die Aktion passiert?
Alle Beteiligten erstellen gemeinsam einen Aktionsplan und einigen sich auf einen Zeitplan für die Ausführung.
Post-circle
Auswertung
Die Teilnehmer des Restorative Circle kommen wieder zusammen um die Wirksamkeit des Aktionsplan zu untersuchen: Welche vereinbarten Aktionen waren erfolgreich? Gibt es noch unerfüllte
Bedürfnisse, die durch einen weiteren Aktionsplan erfüllt werden können?
Im März diesen Jahres fand eine Tagung zum Thema "Gewatfreie Kommunikation und Gefängnisarbeit"statt.
Auf dieser Tagung gründete sich der Arbeitskreis Gewaltfreie Kommunikation und wiederherstellende Justiz.
In den letzten Wochen arbeiteten wir gemeinsam unsere Vision heraus, die ich gerne vorstellen möchte.
eine Justiz, ohne Verlierer.
unsere Vision
Wir verstehen darunter eine Justiz, die einen Umgang mit Konflikten ("Straftaten") fördert, durch den die Bedürfnisse aller Beteiligten („Opfer", „Täter", Angehörige, Mitarbeiter der Justiz)
wahrgenommen werden und Strategien ihrer Erfüllung gefunden werden.
Wir setzen uns für Wege ein, um Justiz-Strukturen zu schaffen, ...
• die wirksam zur Sicherheit der Bürger beitragen.
• die Wege zur Versöhnung als Alternative zu Strafen aufzeigen.
• in denen mit „Tätern" Möglichkeiten gefunden werden, wie sie ihre Bedürfnisse erfüllen können, ohne die Bedürfnisse anderer zu verletzen.
• in denen die Konflikt-Beteiligten selbst wirksamer sind und sich weniger ohnmächtig fühlen.
• die Raum bieten, in dem alle Beteiligten ihren Schmerz ausdrücken können und Verständnis und Unterstützung bekommen.
• die Lernprozesse fördern und Heilung ermöglichen.
• in denen staatliche Macht zum Schutz angewendet wird und Alternativen zur Strafe möglich werden.
• in denen alle Beteiligten Respekt und Wertschätzung erfahren.
• die Verständnis und Austausch zwischen Bürgern und Institutionen der Justiz fördern.
• die als positives Beispiel für Konfliktlösungen auch außerhalb der Justiz dienen.
Um dieser Vision näher zu kommen, verwenden wir insbesondere die Methode und Haltung der Gewaltfreien Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg.
Unser Anliegen ist eine Gesellschaft, in der Achtsamkeit, Mitgefühl und die Bereitschaft andere zu verstehen die Grundlage des Miteinanders sind - und wir glauben daran, dass dann weniger
Menschen Handlungen ausüben, die wir als Straftaten bezeichnen.
Bedürfnis: Was alle Menschen auf dieser Welt brauchen, was uns miteinander verbindet und die Wirkkraft hinter allen Handlungen ist.
Mit dem Begriff Justizstrukturen meinen wir das "Strafverfahren", den "Strafvollzug" sowie ambulante Maßnahmen der Rechtspflege.
In diesem Jahr hat die JVA Sehnde eine Station zu einem "Naikan Zentrum" der niedersächsischen Justizvollzugsanstalten umstrukturiert.
Dort besteht für interessierte Inhaftierte einmal im Monat die Möglichkeit eine Woche mit der Naikan Methode an sich zu arbeiten.
Was ist Naikan??
Die Naikan-Methode
Naikan ist eine einfache aber sehr tiefgehende Selbsterfahrungsmethode um Krisen zu bewältigen, eine kurze hochwirksame psychotherapeutische Intervention zu setzen oder tiefer in das
eigene Selbst vorzudringen und wesentliche Lebensfragen zu klären
Es werden in der Naikan-Arbeit drei Elemente miteinander kombiniert:
Eine reizreduzierte, meditative Umgebung, die die Konzentration fördert.
Eine geordnete Analyse des bisherigen Beziehungsgeflechts.
Eine empathische, nicht-forcierende Begleitung durch den/die Naikan-LeiterIn .
Naikan kann auf mehrere Arten gemacht werden. Die klassische Form ist hochkonzentriert innerhalb von 7 Tagen in Form eines Retreats. Ein
anderes beliebtes Angebot ist das Tages-Naikan, das ist einmal monatlich einen ganzen Tag Naikan-Übung in unserem Zentrum, wobei hier mindestens ein halbes Jahr im Prozess geblieben werden
sollte. Weiters gibt es die Form des Jahres-Coachings und e-naikan, beides neue Angebote in unserem Institut.
Kernstück der Methode sind drei Fragen, die einerseits eine Bilanz über Geben und Nehmen in einer Beziehung herstellen und zugleich konsequent jede Opferhaltung vermeiden helfen.
Die erste Frage lautet: Was hat der Mensch, in dessen Spiegel ich mich gerade betrachte, für mich getan?
Die zweite Frage untersucht das Gegenteil: Was habe ich für diesen Menschen getan?
Die dritte Frage klingt für viele TeilnehmerInnen oft im ersten Moment schockierend oder ungerecht, besonders wenn sie belastete Beziehungen untersuchen. Sie führt uns aber zu dem Bereich, in dem
wir unsere Anteile an der Problemsituation erkennen. Sie lautet: Welche Schwierigkeiten habe ich diesem Menschen gemacht?
Betrachtung der grundlegenden Beziehungen
In jedem Naikan wird empfohlen, zuallererst die grundlegenden Beziehungen unseres Lebens anzusehen. Das sind Mutter, Vater oder jene Personen, die deren Aufgaben wahrgenommen haben. Wenn wir in
akut verletzenden Situationen stecken, wird das manchmal als Umweg empfunden. Aber es gibt zwei Gründe, die für dieses Vorgehen sprechen. Einerseits ziehen wir uns durch diese disziplinierte
Vorgangsweise aus unserer aktuellen Krise heraus, die meist unseren Blick sehr verengt. Wir entspannen uns wieder etwas und sehen unser Leben in seiner Ganzheit, was Probleme oft relativiert.
Strukturierte Betrachtung lässt Handlungsmuster erkennen
Der zweite Grund für das strukturierte Vorgehen ist in der Tatsache gegeben, dass wir unsere wesentlichen Handlungsmuster in den Basisbeziehungen zu Mutter, Vater, Geschwistern, vielleicht auch
Großeltern entwickelt haben. Verstehen wir unsere Handlungen, dann verstehen wir, wie unsere Anteile ein Geschehen, in dem wir stecken, mit beeinflussen. Und weil wir in unserem Leben nur unsere
Handlungen - und damit aus systemischer Sicht sehr wohl auch die Gesamtsituation - verändern können, konzentriert sich Naikan darauf und nicht auf ein Beklagen der Situation oder auf end- und
hilflose Schuldzuweisungen. Natürlich werden später in einem Naikan-Prozess, wenn wir unsere Basisbeziehungen durchgearbeitet haben, auch heutige Beziehungen betrachtet, Partner, Kind(er),
Kollegen, Chef, Freunde und andere Personen. In Krisensituationen, die sehr aufwühlen, kann selbstverständlich auch zuerst gegenüber jener Person Naikan gemacht werden, die die Krise in uns
ausgelöst hat, also etwa gegenüber dem Partner, der sich von uns trennen will. Naikan kombiniert eine disziplinierte Betrachtung mit einer weitgehende Freiheit bei der Wahl der Objekte. Alle
Vorschläge der Naikan-LeiterInnen sind eben nur Vorschläge und können abgewandelt oder eben abgelehnt werden.
Problemhaltungen werden aufgelöst - Problemsicht wird entspannt
Nach Naikan, das ist praktisch durchgehend das Ergebnis für alle, die den Prozess durchlaufen haben, stellt sich eine entspanntere Sicht auf die vorher dominierenden Problematiken ein. Es ist
auch für jeden Naikan-Leiter immer wieder verblüffend, wie rasch sich Problemhaltungen mit all ihren Konsequenzen wie Ängsten, psychosomatische Störungen, neurotische Fixierungen, Zwangshaltungen
und so weiter durch eine einfache, aber disziplinierte Betrachtung auflösen.
Die Handlungsfähigkeit kehrt zurück
Naikan führt uns aus verhängnisvollen Verstrickungen heraus auf eine Ebene, auf der wir unser Leben wieder gestalten können. Dadurch sind wir in der Lage, der Situation eine konstruktive Richtung
geben, die nicht weiter für uns selbst und andere verletzend ist, sondern eine für alle Beteiligten fördernde, liebevolle Situation schafft.
Ich hab es selber noch nicht ausprobiert, bin jedoch begeistert von dem, was ich bisher über diese Methode gehört habe - und freue mich sehr darüber, dass eine Möglichkeit mehr zur Unterstützung
geboten wird.
Ich bin so glücklich, dass dieses Treffen „endlich“ stattgefunden hat. Mit meinem Kollegen Jens Hennings haben wir schon im letzten
Jahr einen Austausch zu diesem Thema geplant, welches jedoch durch mangelnde Teilnehmer ausfiel.
Nun trafen wir uns mit 13 Personen aus den unterschiedlichsten Bereichen.
Jens und ich, die drei Jahre lang ehrenamtlich in der JVA Hannover mit dem Projekt „Neue Wege“ tätig waren - und seit September
letzten Jahres in der JVA Sehnde mit dem gleichen Projekt über einen längeren Zeitraum tätig sind.
Udo, ein Justizvollzugsbeamter aus der JVA Lingen dabei, der versucht, die GFK- wo es ihm möglich ist, in die Arbeit einfließen zu
lassen.
Martin, ein Seelsorger, der die GFK in seiner Arbeit mit Inhaftierten nutzt
Johanna, die Jura studiert hat- und vor einigen Jahren ein GFK-Projekt in einem Berliner Frauengefängnis begleitete
Susanne, eine Juristin, die die GFK im Kontakt mit den „Kunden“ und auch in den Verhandlungen nutzt- und seit geraumer Zeit in
Süddeutschland GFK-Treffen für Juristen organisiert
Sven, der als Psychologe im Jugendgefängnis in Leipzig arbeitet
Ursula und Sybille, die ehrenamtlich in einer JVA im süddeutschen Raum tätig sind
Heidrun, Hildegard und Peter, die sehr interessiert an dem Thema sind- und sich vor allem über Erfahrungen in der Gefängnisarbeit-
im speziellen in Verbindung mit der GFK austauschen wollten
So waren wir eine bunte Mischung, was auf jeden Fall zur Bereicherung dieses Treffens beigetragen hat.
Am Freitag nachmittag, nach einer Vorstellungsrunde, sammelten wir die Themen, die uns für dieses Wochenende wichtig waren:
Wege, die GFK im Gefängnis zu vermitteln
Austausch und Infos
Projekt und Erfahrungsberichte mit der GFK (Insassen und Beamte)
Beispiele für Erstkontakt zu Gefängnissen
Videokonferenz mit dem Freedom project
Videokonferenz über Dominic Barter
Visionsarbeit
GFK in der Justiz/ im Gericht/ mit Anwälten
Öffentlichkeitsarbeit
Wie gehts weiter??
Im Anschluss gelang es uns, dank der wundervollen Technik, eine Videokonferenz mit Kathleen Mac Ferran, einer GFK Trainerin aus
Seattle, die seit etwa 5Jahren mit dem freedom project in den USA tätig ist.
Dieses Projekt hat das Motto: Vom Gefängnisinsassen zum Friedensstifter
Freedom projecthttp://freedom-project.org/index.htmentstand Ende der 90er mit einer
Person, die damit begann, die GFK in Gefängnisse der USA zu bringen.
Mittlerweile sind etwa 10 Trainer und etwa 15 Unterstützer am Projekt beteiligt. Im letzten Jahr begleitete dieses Projekt Inhaftierte
in verschiedenen Gefängnissen (vorwiegend im Staate Waschington) an 1400 Trainingstagen (ein Tag zwischen 3-8h)
Unterstützt wird das Freedom project durch Spenden.
Es war herrlich, die Begeisterung für diese Arbeit von Kathleen zu spüren. Für mich war es unglaublich kraftvoll und
ermutigend.
Am Samstag begannen wir mit einem Projektbericht unserer Arbeit in der JVA Sehnde. Hier arbeiten wir gerade mit der zweiten
Gruppe.
Mit einer Gruppe (etwa 10Personen) kommen wir 10 mal 4h an einem Freitag Nachmittag zusammen.
Die Zeit ist lang genug, um wirklich „arbeiten“ zu können- und noch eine Kaffeepause einzubauen – und kurz genug, um die Herren, die
noch bis mittags ihrer jeweiligen Arbeit nachgehen, nicht zu überlasten.
Das wir uns 10 mal treffen bringt von Mal zu Mal mehr Vertrauen zu uns und auch innerhalb der Gruppe. Von den zeitlichen Strukturen,
die wir bisher ausprobiert haben, gefällt mir diese am Besten.
Und von den Männern hören wir, dass sie sich auf den Kurs freuen- zumal es natürlich auch eine Abwechslung des Gefängnisalltags
ist.
Bisher erhalten wir vorwiegend positive Feedbacks. Alle scheinen etwas von dem, was wir vermitteln und üben, mitzunehmen.
Dadurch, dass so ein Kurs dann über 3-3,5 Monate geht, kann auch wirklich Reflexion stattfinden.
Unser Plan ist, in diesem Jahr noch zwei weitere „Grundkurse“ durchzuführen- und im nächsten Jahr auch „Weiterführungskurse“
anzubieten, da die GFK eine Haltung und Methode ist, die ihre Zeit braucht, wenn man sie wirklich verinnerlichen möchte.
Hier ein kleiner Einblick in einem Interview nach dem ersten Kurs in Sehnde:
Nach dem Essen nutzten wir die Zeit für ein Spiel und gingen dann über in ein Rollenspiel unter Kollegen in einem Gefängnis.
Anschließend berichtete Susanne über ihre Erfahrungen mit der GFK in der Justiz- mit ihren „Kunden“ (sie ist Strafverteidigerin) und
im Gerichtssaal.
Susanne erzählte, dass sie die GFK auch bei einer Gerichtsverhandlung als sehr hilfreich empfindet – und das sie mehr Offenheit
erlebt, wenn sie die Bedürfnisse der Personen anspricht.
Wir schauten uns dann gemeinsam an, welche Bedürfnisse wohl jede Person im Gericht haben könnte (Angeklagter, Kläger, Verteidiger,
Anwalt, Richter, Nebenkläger, Gutachter, Zeugen)
Am Sonntag Morgen hatten wir nochmals eine Videokonferenz mit Hinrich Lau, der von einem Workshop mitDominic
Barterin den USA war und davon berichtete.
DominicBarterbefasst sich seit den 80er Jahren eingehend mit den Wechselwirkungen von gesellschaftlichem und persönlichem Wandel und der Rolle von Konflikten in diesem Prozess.
Seit 2004 arbeitet er als Berater und Direktor des Pilotprojektes Restorative Justice in Brasilien, in Kooperation mit dem UN Development Program, der Unesco, dem Ministerium
für Justiz, dem Ministerium für Bildung und dem Sekretariat für Menschenrechte. Seinen Schwerpunkt legte er auf die Entwicklung wirksamer Modelle und Trainingsprogramme für Experten aus der
Praxis, die sich mit Jugendkriminalität und ihren Konsequenzen beschäftigen, und arbeitete bei der Implementation seiner Programme sowohl mit Richtern, Schulleitern, der Polizei, den Sozialen
Diensten, als auch Jugendlichen und Wortführern aus verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen zusammen. Dominickoordiniert das RestorativeJusticeProjectfür dasInternationalCenterforNonviolentCommunication.
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Die letzten Stunden unseres Zusammenseins verbrachten wir mit der Frage: Wie geht es weiter?
Dafür beschäftigten wir uns als Erstes mit der Vision, die wir gemeinsam haben:
Als bisherige Zusammenfassung:
Wir arbeiten mit an einer Welt, in der die Bedürfnisse aller beachtet werden (gleich gültig sind).
Wir bringen aktiv unseren Beitrag dazu, dass…
…mehr und mehr Menschen in den Justiz Strukturen in dem Bewusstsein leben, dass Sie mit ihrem Gegenüber die gleichen Bedürfnisse
teilen.
….Menschen und Taten von einander getrennt werden.
….Der Mensch im Mittelpunkt steht
…Menschen, die Straftaten begangen haben, so in ihrer Entwicklung begleitet und unterstützt werden, dass sie in Freiheit und sozialer
Verantwortung leben
…..der Übergang von der Bestrafung zur Versöhnung stattfindet
Wir haben uns auch Gedanken darüber gemacht, was wir als Gruppe, bzw. was jeder aus dieser Gruppe für diese Vision anbieten kann:
Nun ist der nächste Schritt, die Vision fertig zu stellen. Dann wollen wir in einer Telefonkonferenz schauen, wie wir als Gruppe
lebendig bleiben können- und wie wir die Verbreitung der GFK in der Justiz „bewerben“ können—welche möglichen Veranstaltungen zuträglich wären.
Ich bin sehr glücklich, dass wir uns getroffen haben. Es war so erfüllend im Austausch zu sein- und viele Erfahrungen mit der GFK im
Bereich der Gefängnisarbeit zu hören.
Ich wünsche mir sehr, dass unsere Gruppe weiter bestehen bleibt und wächst- und wir mehr und mehr Möglichkeiten von Angeboten im
Bereich der Gefängnisarbeit und der Justiz erleben und bieten können.
Als nächstes „Highlight“ folgt eine 3-tägige Veranstaltung von Jens und mir für niedersächsische Vollzugsbeamte. Ich hoffe, dass
unsere Begeisterung überspringt und wir damit „nur“ den ersten Schritt der GFK in die Fortbildungsveranstaltungen des niedersächsischen Justizvollzugs tätigen.
Bei Fragen oder Kontaktwünschen wendet euch erst einmal an mich- und ich gebe die Daten weiter
der lichtblick ist die auflagenstärkste und am längsten durchgängig existierende, unzensierte Gefangenenzeitung Deutschlands.
Mit Recht kann behauptet werden, dass der lichtblick auch die wichtigste und meist verbreitetste Gefangenenzeitung ist.
Mit einer Auflage von derzeit 5500 Stück wird der lichtblick nicht nur in die meisten deutschen Städte, sondern auch in viele andere Länder vertrieben.
Der Lichtblick ist mehr, als eine gewöhnliche Zeitung. Durch Artikel und Aufrufe sind immer wieder Veränderungen möglich geworden.
Das Projekt "Interkulturelle PeerMediation im
Jugendstrafvollzug" ist ein XENOS -Projekt, das vom Berufsfortbildungswerk GmbH (bfw) in der Jugendstrafanstalt Berlin von Juli 2007 bis September 2008 erprobt und evaluiert
wird.
Selbstreflexion statt mit dem Kopf durch die Wand
(Kompetenzen)
Konfliktschlichtung von Gefangenen für Gefangene
(Verantwortung)
Konstruktive Konfliktstruktur statt Recht des Stärkeren
(Strukturveränderung)
Begleitung in Mediationsprojekte in der Freiheit
((Re-)Integration)
Arbeit mit den Tätern zum Schutz der Opfer
(Prävention)
Was ist Mediation?
Mediation (Übersetzung, Vermittlung) ist eine Methode der konstruktiven (konstruktiv im Sinne von aufbauend, unterstützend, fördernd und produktiv; das
Gegenteil von destruktiv, zerstörend) Konfliktlösung, die in den 60er und 70er Jahren in den USA entwickelt wurde.
Mediation versteht sich als Vermittlung in Konflikten durch unparteiische, neutrale Dritte (so genannten MediatorInnen), die von allen Konfliktbeteiligten akzeptiert werden. Die
MediatorInnen unterstützen die Streitenden mit Hilfe von bestimmten Techniken und Instrumenten bei ihrem Klärungs- oder Versöhnungsprozess.
In diesem Prozess
erkennen die Konfliktparteien ihre eigenen Interessen und Gefühle,
lernen sie die Interessen und Gefühle der anderen Seite zu verstehen,
entwickeln sie gemeinsam eine einvernehmliche Lösung (win-win).
Peer-Mediation
Der Begriff peer kommt aus dem Englischen und bedeutet übersetzt soviel wie gleichaltrig, ebenbürtig , gleichrangig . Peer-Mediation beschreibt
daher eine Methode, Konflikte zwischen Gleichaltrigen aufzuarbeiten und gemeinsam mit den Konfliktparteien zu lösen. Peer-Mediation geht davon aus, dass Gleichaltrige
häufiger und unkomplizierter miteinander ins Gespräch kommen
mehr Verständnis und Wissen um die typischen Konflikte innerhalb ihrer Altersgruppe haben.
Die Ziele der Peer-Mediation bestehen u.a. darin, Toleranz und Konfliktfähigkeit zu fördern, Jugendlichen mehr Eigenverantwortung zu übertragen, die Haltung gegenüber Konflikten positiv
zu verändern und Gewalt vorzubeugen.
Hallo
Ich habe von einem spannenden Projekt in den USA erfahren, was von einer einzigen Frau aufgezogen wurde. Schaut es euch an. Alles ist möglich....
Welcome to the Delancey Street Web Site
At our site we hope to show you a little about our model, our successes and our struggles. We're considered the country's leading residential self-help organization for substance abusers,
ex-convicts, homeless and others who have hit bottom. Our average resident has been a hard-core drug addict for sixteen years, abusing alcohol and multiple drugs and has dropped out of school at
the 7th grade and has been institutionalized several times. Many have been gang members; most have been trapped in poverty for several generations. Rather than hire experts to help the people
with problems, we decided to run Delancey Street with no staff and no funding. Like a large family, our residents must learn to develop their strengths and help each other. It's an approach to
changing lives that is "against all odds".
We said we were going to take ex-convicts and ex-addicts and teach them to be teachers, general contractors, and truck drivers. They said it couldn't be done. We said we were going to take 250
people who had never worked and had no skills and teach them to build a 400,000 square foot complex as our new home on the waterfront. They said it couldn't be done. We said we were going to
partner with colleges and get people who started out functionally illiterate to achieve bachelor of arts degrees. They said it couldn't be done. We said we were going to run successful
restaurants, moving companies, furniture making, and cafés and bookstores without any professional help. They said it couldn't be done. We said we were going to do all this with no staff, no
government funding, and no professionals. They laughed and said it couldn't be done.
We struggle a lot but we've been doing it. For over 35 years we've been developing a model of social entrepreneurship, of education, of rehabilitation and change that is exciting and full of
hope. If you need help, or want to help, please contact us. Most of all, we hope you can feel as inspired by ordinary people's abilities to achieve extraordinary accomplishments as we've been.
So langsam lohnt sich unser mehrjähriges ehrenamtliches Engagement.
Die JVA Sehnde
zeigt Interesse an unserem Projekt "Neue Wege gehen". Im September starten wir mit einem Probelauf, um zu sehen, wie der Kurs ankommt- und wie die Zusammenarbeit funktioniert.
Ich bin sehr glücklich darüber, und ich freue mich auf diese neue Herausforderung.
Georgis